Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)

2026-09-21

1. Geltungsbereich

1.1 Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) gelten für alle Verträge zwischen der Suisse IT GmbH, Kesslernmattstrasse 20, 8965 Berikon, Schweiz (nachfolgend «Suisse IT»), und ihren Kunden (nachfolgend «Kunde») über die Nutzung von Suisse Speech. Suisse Speech umfasst die Programmierschnittstelle für Spracherkennung (Speech-to-Text) und Sprachsynthese (Text-to-Speech) unter api.suisse-speech.ch (nachfolgend «API»), die Kundenkonsole unter console.suisse-speech.ch (nachfolgend «Konsole») sowie die Dokumentation (zusammen die «Dienste»).

1.2 Die Dienste richten sich an Unternehmen, Organisationen sowie Entwicklerinnen und Entwickler, die sie für berufliche oder gewerbliche Zwecke nutzen.

1.3 Abweichende, entgegenstehende oder ergänzende Geschäftsbedingungen des Kunden werden nicht Vertragsbestandteil, es sei denn, Suisse IT stimmt ihrer Geltung ausdrücklich schriftlich zu.

1.4 Individuelle Vereinbarungen, namentlich Enterprise-Verträge, Offerten und ein Auftragsverarbeitungsvertrag, gehen diesen AGB vor, soweit sie davon abweichen.

2. Leistungen

2.1 Suisse IT stellt über die API Spracherkennung und Sprachsynthese zur Verfügung, jeweils in Echtzeit (Streaming) und im Batch-Betrieb (einzelne Anfragen und Jobs). Die Konsole dient der Verwaltung von Konto, Benutzern, API-Schlüsseln, Nutzung und Guthaben. Der jeweils aktuelle Leistungsumfang, namentlich die verfügbaren Sprachen, Dialekte, Stimmen, Audioformate und Limiten, ergibt sich aus der Dokumentation und aus den Angaben, welche die API selbst über ihre Fähigkeiten liefert.

2.2 Die Ergebnisse der Dienste werden automatisiert mit Methoden der künstlichen Intelligenz erzeugt. Transkripte können Erkennungsfehler enthalten; synthetische Sprache kann Fehler in Aussprache, Betonung oder Dialekt aufweisen. Suisse IT übernimmt keine Gewähr dafür, dass die Ergebnisse richtig, vollständig oder für einen bestimmten Zweck geeignet sind. Der Kunde prüft die Ergebnisse in geeigneter Weise, bevor er sie verwendet, insbesondere dort, wo Fehler erhebliche Folgen haben können.

2.3 Sprachen, Dialekte und Varianten, die Suisse IT nach bestem Bemühen anbietet und für die sie keine Qualitätsangaben veröffentlicht, werden ohne Zusicherung einer bestimmten Qualität angeboten.

2.4 Suisse IT entwickelt die Dienste laufend weiter und kann sie ändern, soweit dies für den Kunden zumutbar ist. Die Bezeichnungen und den Klang der Stimmen, die Fehlercodes, die Nachrichtentypen der Echtzeit-Schnittstelle und die Bedeutung der Abrechnungseinheit ändert Suisse IT nicht ohne vorherige Ankündigung.

2.5 Suisse IT darf zur Erbringung der Dienste Subunternehmer und spezialisierte Verarbeitungspartner beiziehen. Für die Bearbeitung von Personendaten gilt Ziffer 12.

3. Vertragsschluss und Konto

3.1 Der Vertrag kommt zustande, wenn Suisse IT auf Anfrage oder Registrierung des Kunden ein Konto einrichtet und den Zugang freischaltet. Spätestens mit der ersten Nutzung der Dienste anerkennt der Kunde diese AGB. Suisse IT kann Anfragen ohne Angabe von Gründen ablehnen.

3.2 Ein Konto dürfen nur handlungsfähige natürliche Personen und juristische Personen eröffnen. Wer ein Konto für eine juristische Person oder eine andere Organisation eröffnet, muss zu deren Vertretung berechtigt sein.

3.3 Der Kunde macht wahre und vollständige Angaben und teilt Änderungen unverzüglich mit oder passt sie in der Konsole an.

3.4 Der Kunde kann weitere Benutzer zu seinem Konto einladen und ihnen Rollen zuweisen. Er sorgt dafür, dass seine Benutzer diese AGB einhalten, und ist für deren Handlungen wie für eigene verantwortlich.

4. API-Schlüssel

4.1 Der Zugang zur API erfolgt mit API-Schlüsseln. Der Kunde behandelt seine API-Schlüssel und die Zugangsdaten zur Konsole vertraulich, schützt sie vor dem Zugriff Unbefugter und gibt sie nur an Personen und Systeme weiter, die für ihn tätig sind.

4.2 Der Kunde ist für jede Nutzung seiner API-Schlüssel verantwortlich und trägt die Kosten aller damit gestellten Anfragen, auch wenn Dritte sie stellen. Dies gilt nicht, soweit ein Missbrauch auf eine Pflichtverletzung von Suisse IT zurückzuführen ist.

4.3 Besteht der Verdacht, dass ein API-Schlüssel oder Zugangsdaten Unbefugten bekannt geworden sind, widerruft der Kunde den betroffenen Schlüssel unverzüglich in der Konsole oder verlangt bei Suisse IT dessen sofortige Sperrung.

5. Testminuten und Sandbox

5.1 Neue Kunden erhalten einmalig 60 Minuten Audio kostenlos, für Speech-to-Text und Text-to-Speech zusammen (nachfolgend «Testminuten»). Die Testminuten sind während 30 Tagen ab Eröffnung des Kontos gültig. Danach verfallen nicht genutzte Testminuten ersatzlos.

5.2 Testminuten werden pro Organisation nur einmal gewährt, auch wenn sie mehrere Konten eröffnet. Suisse IT kann Testminuten verweigern oder entziehen, wenn Anzeichen für einen Missbrauch bestehen.

5.3 Sind die Testminuten aufgebraucht oder abgelaufen, lehnt die API weitere Anfragen ab (HTTP-Status 429), bis der Kunde Guthaben kauft.

5.4 Sandbox-Schlüssel (erkennbar am Präfix sv_test_) sind kostenlos und werden nie verrechnet. Sie liefern synthetische Test-Audiodaten und Test-Transkripte in denselben Formaten wie der Live-Betrieb, jedoch keine echte Spracherkennung oder Sprachsynthese. Sie dienen dem Testen von Integrationen und unterliegen eigenen Limiten.

6. Preise und Abrechnung

6.1 Es gelten die auf der Preisseite veröffentlichten Preise, sofern nichts anderes vereinbart ist. Alle Preise verstehen sich in Schweizer Franken (CHF) und exklusive Mehrwertsteuer. Die Mehrwertsteuer wird nach den gesetzlichen Vorschriften zusätzlich erhoben, für Kunden in der Schweiz und in Liechtenstein zum jeweils geltenden Satz.

6.2 Abgerechnet wird sekundengenau nach der Länge des Audios: bei Speech-to-Text nach der Länge der übermittelten Aufnahme, bei Text-to-Speech nach der Länge der erzeugten Sprache. Es gibt keinen Mindestbetrag pro Anfrage und keine Aufrundung auf Minuten. Für Echtzeit (Streaming) und Batch gelten unterschiedliche Tarife.

6.3 Fehlgeschlagene Anfragen werden nicht verrechnet; verrechnet wird nur Audio, das tatsächlich transkribiert oder erzeugt wurde. Ein erfolgreich abgeschlossener Job wird auch dann verrechnet, wenn der Kunde das Ergebnis nicht abholt.

6.4 Für die Abrechnung sind die Nutzungsdaten von Suisse IT massgebend, sofern der Kunde nicht nachweist, dass sie unrichtig sind. Der Kunde kann seine Nutzung jederzeit sekundengenau in der Konsole und über die Nutzungsabfrage der API einsehen.

6.5 Suisse IT kann die Preise ändern. Preisänderungen kündigt sie mindestens 30 Tage vor ihrem Inkrafttreten per E-Mail oder in der Konsole an. Sie gelten nicht rückwirkend: Bereits gekauftes Guthaben wird höchstens zu den Preisen verbraucht, die beim Kauf galten.

6.6 Für zugesicherte Volumen können abweichende Preise vereinbart werden.

7. Guthaben und Zahlung

7.1 Die Dienste werden über ein im Voraus bezahltes Guthaben abgerechnet. Alle Dienste beziehen ihren Verbrauch aus demselben Guthaben, jeweils zu ihrem Tarif.

7.2 Der Kunde lädt Guthaben online mit TWINT oder Karte über den Zahlungsdienstleister Payrexx auf oder, als Unternehmen, gegen Rechnung. Online-Zahlungen werden nach ihrer Bestätigung gutgeschrieben, Zahlungen gegen Rechnung mit dem Zahlungseingang, sofern nichts anderes vereinbart ist. Rechnungen sind innert 30 Tagen netto zahlbar.

7.3 Ist das Guthaben aufgebraucht, lehnt die API neue Anfragen ab (HTTP-Status 429), bis Guthaben aufgeladen ist; bereits laufende Anfragen werden zu Ende geführt und verrechnet. Suisse IT benachrichtigt die Benutzer des Kontos per E-Mail, wenn 80 % und wenn 95 % des Guthabens verbraucht sind. Diese Benachrichtigungen sind eine Dienstleistung; der Kunde bleibt dafür verantwortlich, rechtzeitig Guthaben aufzuladen.

7.4 Gekauftes Guthaben ist während zwölf Monaten ab dem Kauf gültig. Älteres Guthaben wird zuerst verbraucht. Nach Ablauf der Gültigkeit verfällt nicht verbrauchtes Guthaben ersatzlos.

7.5 Verbrauchtes Guthaben wird nicht zurückerstattet. Nicht verbrauchtes Guthaben wird nur zurückerstattet, wenn Suisse IT den Vertrag aus Gründen kündigt, die der Kunde nicht zu vertreten hat, etwa bei einer ordentlichen Kündigung nach Ziffer 16.2 oder bei Einstellung der Dienste. In diesem Fall erstattet Suisse IT das gekaufte, noch gültige und nicht verbrauchte Guthaben zurück. Testminuten werden nicht erstattet.

7.6 Bei Zahlungsverzug kann Suisse IT den Zugang zu den Diensten nach erfolgloser Mahnung sperren.

8. Verfügbarkeit, Limiten und Support

8.1 Für Self-Service-Konten gilt keine zugesicherte Verfügbarkeit (kein Service Level Agreement). Suisse IT betreibt die Dienste sorgfältig und nach bestem Bemühen (best effort), gewährleistet jedoch keinen unterbrechungs- und fehlerfreien Betrieb. Wartungsarbeiten führt Suisse IT nach Möglichkeit zu Zeiten geringer Nutzung durch.

8.2 Zusagen zu Verfügbarkeit und Latenz, dedizierte Kapazität und höhere Limiten können in individuellen Vereinbarungen (Enterprise) festgelegt werden.

8.3 Es gelten die in der Dokumentation beschriebenen Limiten, etwa für Anfragen pro Zeiteinheit, gleichzeitige Anfragen, Dateigrössen und Tagesbudgets. Die jeweils aktuellen Werte meldet die API selbst. Sie sind keine zugesicherten Eigenschaften und können angepasst werden. Anfragen über diesen Limiten oder bei ausgelasteter Kapazität lehnt die API ab, in der Regel mit HTTP-Status 429, statt sie in eine Warteschlange zu stellen. Der Kunde sorgt dafür, dass seine Anwendungen solche Ablehnungen angemessen behandeln.

8.4 Ergebnisse von Jobs stehen bis zur Abholung, höchstens aber 48 Stunden zur Verfügung und werden danach gelöscht. Ein Anspruch auf erneute Bereitstellung besteht nicht.

8.5 Support leistet Suisse IT per E-Mail an info@suisse-it.ch nach bestem Bemühen und ohne zugesicherte Reaktionszeiten, sofern nichts anderes vereinbart ist.

9. Zulässige Nutzung

9.1 Der Kunde nutzt die Dienste nur für rechtmässige Zwecke und hält alle anwendbaren Gesetze ein, insbesondere das Datenschutz-, Fernmelde-, Lauterkeits-, Urheber- und Strafrecht.

9.2 Untersagt ist insbesondere:

  • mit synthetischen Stimmen reale Personen ohne deren Einwilligung nachzuahmen oder sich als eine solche auszugeben;
  • Menschen mit synthetischen Stimmen oder auf andere Weise zu täuschen, etwa über die Identität der sprechenden Person oder die Herkunft einer Aussage, oder Betrug, Phishing oder andere irreführende Praktiken zu betreiben;
  • unerwünschte automatisierte Anrufe (Robocalls), unerwünschte Werbeanrufe oder andere Formen von Spam zu erzeugen oder zu unterstützen;
  • rechtswidrige, hasserfüllte, diskriminierende, gewaltverherrlichende, belästigende oder anderweitig schädliche Inhalte zu erzeugen oder zu verbreiten;
  • Rechte Dritter zu verletzen, namentlich Urheber-, Marken-, Persönlichkeits- und Datenschutzrechte;
  • Limiten, Sicherheitsmassnahmen oder Zugangsbeschränkungen zu umgehen oder dies zu versuchen, etwa mit mehreren Konten oder Schlüsseln;
  • die Dienste, ihre Modelle oder Stimmen zurückzuentwickeln (Reverse Engineering), zu dekompilieren oder nachzubilden, soweit dies nicht gesetzlich zwingend erlaubt ist;
  • ohne vorherige Vereinbarung mit Suisse IT Last-, Kapazitäts- oder Sicherheitstests durchzuführen, einschliesslich Penetrationstests;
  • Schadsoftware zu verbreiten oder die Dienste so zu nutzen, dass ihr Betrieb oder andere Kunden beeinträchtigt werden.

9.3 Der Kunde legt offen, dass eine Stimme synthetisch erzeugt ist, wo dies gesetzlich vorgeschrieben ist.

9.4 Der Kunde ist dafür verantwortlich, dass er die Audiodaten und Texte, die er an die Dienste übermittelt, bearbeiten und durch Suisse IT bearbeiten lassen darf. Namentlich stellt er sicher, dass die aufgenommenen Personen, soweit erforderlich, eingewilligt haben oder informiert wurden, dass die fernmelde- und strafrechtlichen Vorschriften über die Aufnahme von Gesprächen eingehalten sind und dass die besonderen Anforderungen an besonders schützenswerte Personendaten und an Daten, die einem Berufsgeheimnis unterliegen, erfüllt sind.

9.5 Der Kunde stellt Suisse IT von allen Ansprüchen Dritter frei, die aus einer Verletzung dieser Ziffer 9 oder aus den vom Kunden übermittelten Inhalten entstehen, einschliesslich angemessener Kosten der Rechtsverteidigung.

10. Sperrung

10.1 Suisse IT kann API-Schlüssel, einzelne Funktionen oder das Konto ganz oder teilweise sperren, wenn:

  • der begründete Verdacht einer Verletzung von Ziffer 9 besteht;
  • ein Sicherheitsrisiko besteht, etwa weil ein API-Schlüssel offenbar Unbefugten bekannt geworden ist oder die Nutzung die Dienste oder andere Kunden gefährdet;
  • der Kunde mit einer Zahlung in Verzug ist (Ziffer 7.6);
  • eine behördliche oder gerichtliche Anordnung dies verlangt.

10.2 Suisse IT informiert den Kunden über die Sperrung, wenn möglich vorgängig, und hebt sie auf, sobald der Grund dafür entfallen ist.

10.3 Das Recht zur Kündigung aus wichtigem Grund (Ziffer 16.3) bleibt vorbehalten.

11. Rechte an Inhalten und am Dienst

11.1 Der Kunde behält alle Rechte an den Inhalten, die er an die Dienste übermittelt, namentlich an Audiodaten, Texten und Vokabular (nachfolgend «Eingaben»).

11.2 Die Transkripte und Audiodateien, welche die Dienste für den Kunden erzeugen (nachfolgend «Ergebnisse»), stehen dem Kunden zu. Soweit Suisse IT daran Rechte zustehen, überträgt sie diese dem Kunden. Der Kunde darf die Ergebnisse zeitlich unbeschränkt nutzen, auch nach dem Ende des Vertrags.

11.3 Der Kunde räumt Suisse IT das Recht ein, die Eingaben ausschliesslich zur Erbringung der Dienste zu bearbeiten. Eingaben und Ergebnisse werden nicht zum Training von KI-Modellen verwendet.

11.4 Sämtliche Rechte an den Diensten, einschliesslich Software, Schnittstellen, Dokumentation und Stimmen, sowie an der Marke Suisse Speech verbleiben bei der Suisse IT GmbH bzw. deren Lizenzgebern. Der Kunde erhält für die Dauer des Vertrags das nicht ausschliessliche und nicht übertragbare Recht, die Dienste nach diesen AGB zu nutzen und in eigene Produkte und Dienstleistungen einzubinden.

12. Datenschutz

12.1 Suisse IT bearbeitet Personendaten nach der Datenschutzerklärung und dem anwendbaren Datenschutzrecht, namentlich dem Schweizer Datenschutzgesetz (DSG) und, soweit anwendbar, der Datenschutz-Grundverordnung der EU (DSGVO).

12.2 Personendaten in den Eingaben und Ergebnissen bearbeitet Suisse IT als Auftragsbearbeiterin im Auftrag des Kunden; der Kunde ist dafür Verantwortlicher. Einzelheiten regelt der Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV), den Suisse IT auf Anfrage mit dem Kunden abschliesst.

12.3 Soweit kein AVV abgeschlossen ist, gilt: Suisse IT bearbeitet diese Personendaten nur zur Erbringung der Dienste und nach den Weisungen des Kunden, wie sie sich aus dem Vertrag und aus seinen Anfragen an die API ergeben. Sie verpflichtet die mit der Bearbeitung betrauten Personen zur Vertraulichkeit, trifft angemessene technische und organisatorische Massnahmen zur Datensicherheit, unterstützt den Kunden bei Anfragen betroffener Personen und meldet ihm Verletzungen der Datensicherheit, die seine Daten betreffen, so rasch als möglich. Der Kunde genehmigt den Beizug der Unterauftragsbearbeiter, die Suisse IT dafür einsetzt; deren Liste ist auf Anfrage erhältlich. Bekanntgaben in Staaten ohne angemessenen Datenschutz sichert Suisse IT mit geeigneten Garantien ab, insbesondere mit Standardvertragsklauseln.

12.4 Für Konto-, Abrechnungs- und Nutzungsdaten, einschliesslich der Metadaten zu Anfragen, ist Suisse IT selbst Verantwortliche.

13. Vertraulichkeit

13.1 Die Parteien behandeln alle vertraulichen Informationen der anderen Partei, die sie im Rahmen der Geschäftsbeziehung erhalten, vertraulich und geben sie nicht an Dritte weiter. Suisse IT darf vertrauliche Informationen an Subunternehmer und Verarbeitungspartner weitergeben, soweit dies zur Erbringung der Dienste nötig ist und diese zur Vertraulichkeit verpflichtet sind.

13.2 Diese Pflicht gilt nicht für Informationen, die:

  • öffentlich bekannt sind oder ohne Verschulden der empfangenden Partei öffentlich bekannt werden;
  • der empfangenden Partei bereits bekannt waren;
  • die empfangende Partei rechtmässig von Dritten ohne Vertraulichkeitspflicht erhalten hat;
  • aufgrund gesetzlicher Pflichten oder behördlicher Anordnungen offengelegt werden müssen.

13.3 Die Vertraulichkeitspflicht gilt über das Ende des Vertrags hinaus.

14. Gewährleistung und Haftung

14.1 Suisse IT erbringt die Dienste sorgfältig. Eine weitergehende Gewährleistung, insbesondere für die Richtigkeit der Ergebnisse (Ziffer 2.2) oder für eine bestimmte Verfügbarkeit (Ziffer 8.1), übernimmt Suisse IT nicht, sofern nichts anderes vereinbart ist.

14.2 Suisse IT haftet unbeschränkt für Schäden, die sie vorsätzlich oder grobfahrlässig verursacht, sowie für Personenschäden. Zwingende gesetzliche Haftungsbestimmungen, etwa nach dem Produktehaftpflichtgesetz, bleiben vorbehalten.

14.3 Soweit gesetzlich zulässig (Art. 100 OR), ist die Haftung von Suisse IT für leichte Fahrlässigkeit ausgeschlossen.

14.4 Im Übrigen ist die Haftung von Suisse IT, soweit gesetzlich zulässig, auf den Betrag begrenzt, den der Kunde in den zwölf Monaten vor dem schädigenden Ereignis an Suisse IT bezahlt hat.

14.5 Soweit gesetzlich zulässig, ist die Haftung für indirekte Schäden und Folgeschäden ausgeschlossen, insbesondere für entgangenen Gewinn, Datenverlust, Betriebsunterbrechungen und Ansprüche Dritter.

14.6 Suisse IT haftet nicht für Schäden aus Störungen ausserhalb ihres Einflussbereichs, etwa in öffentlichen Kommunikationsnetzen oder in den Systemen des Kunden. Ziffer 14.2 bleibt vorbehalten.

15. Höhere Gewalt

15.1 Keine Partei haftet für die Nichterfüllung oder verspätete Erfüllung ihrer Pflichten, soweit diese auf Umstände ausserhalb ihrer zumutbaren Kontrolle zurückzuführen ist (höhere Gewalt).

15.2 Als höhere Gewalt gelten insbesondere Naturereignisse, Krieg, Terroranschläge, Epidemien, Streiks, behördliche Massnahmen, Ausfälle öffentlicher Kommunikationsnetze oder der Stromversorgung sowie Cyberangriffe, die trotz angemessener Schutzmassnahmen erfolgen.

15.3 Die betroffene Partei informiert die andere Partei unverzüglich über das Ereignis und seine voraussichtliche Dauer.

16. Vertragsdauer und Kündigung

16.1 Der Vertrag wird auf unbestimmte Zeit geschlossen.

16.2 Der Kunde kann den Vertrag jederzeit per E-Mail an info@suisse-it.ch kündigen. Suisse IT kann den Vertrag mit einer Frist von 30 Tagen auf das Ende eines Kalendermonats kündigen.

16.3 Jede Partei kann den Vertrag aus wichtigem Grund fristlos kündigen. Ein wichtiger Grund liegt für Suisse IT insbesondere vor bei einer schweren oder wiederholten Verletzung von Ziffer 9, bei Zahlungsverzug trotz Mahnung, bei Zahlungsunfähigkeit des Kunden sowie wenn gesetzliche oder behördliche Vorgaben die weitere Erbringung der Dienste untersagen.

16.4 Mit dem Ende des Vertrags werden die API-Schlüssel deaktiviert. Nicht verbrauchtes Guthaben verfällt, soweit es nicht nach Ziffer 7.5 zurückerstattet wird. Kontodaten löscht Suisse IT nach der Datenschutzerklärung, soweit keine gesetzlichen Aufbewahrungspflichten bestehen.

17. Änderungen der AGB

17.1 Suisse IT kann diese AGB ändern. Änderungen teilt sie dem Kunden mindestens 30 Tage vor ihrem Inkrafttreten per E-Mail oder in der Konsole mit.

17.2 Widerspricht der Kunde nicht bis zum Inkrafttreten, gelten die Änderungen als angenommen. Suisse IT weist in der Mitteilung auf diese Folge hin. Widerspricht der Kunde, kann jede Partei den Vertrag auf das Inkrafttreten der Änderungen kündigen.

17.3 Für Preisänderungen gilt Ziffer 6.5.

18. Übrige Bestimmungen

18.1 Mitteilungen erfolgen per E-Mail an die im Konto hinterlegte Adresse bzw. an info@suisse-it.ch oder in der Konsole. Individuelle Vereinbarungen und Änderungen des Vertrags bedürfen der Schriftform oder einer anderen Form, die den Nachweis durch Text ermöglicht; Ziffer 17 bleibt vorbehalten.

18.2 Der Kunde darf Rechte und Pflichten aus dem Vertrag nur mit vorheriger schriftlicher Zustimmung von Suisse IT abtreten oder übertragen. Suisse IT darf den Vertrag im Rahmen einer Unternehmensumstrukturierung auf verbundene Unternehmen übertragen.

18.3 Der Kunde hält die anwendbaren Vorschriften zu Exportkontrollen und Sanktionen sowie zur Bekämpfung von Korruption und Geldwäscherei ein. Er versichert, dass die Nutzung der Dienste nicht gegen solche Vorschriften verstösst.

18.4 Sollten einzelne Bestimmungen dieser AGB ganz oder teilweise unwirksam oder undurchführbar sein oder werden, berührt dies die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen nicht. Die unwirksame Bestimmung wird durch eine wirksame Regelung ersetzt, die ihrem wirtschaftlichen Zweck am nächsten kommt.

18.5 Diese AGB liegen auf Deutsch und Englisch vor. Bei Abweichungen geht die deutsche Fassung vor.

19. Anwendbares Recht und Gerichtsstand

19.1 Es gilt ausschliesslich Schweizer Recht unter Ausschluss des UN-Kaufrechts (CISG) und der kollisionsrechtlichen Verweisungsnormen.

19.2 Ausschliesslicher Gerichtsstand für sämtliche Streitigkeiten aus oder im Zusammenhang mit diesem Vertrag ist Zürich, Schweiz. Suisse IT ist jedoch berechtigt, den Kunden auch an dessen allgemeinem Gerichtsstand zu belangen. Zwingende gesetzliche Gerichtsstände bleiben vorbehalten.